Skandal: Alles Lügen! Journalistenkarrieren beendet!

Society-Expertin? It-Girl-Coach? Wohl kaum! Aus neuesten Quellen hat sich ergeben, dass es die illustren “Nina De Lacy” und “Yasemin Beaufort” gar nicht gibt. Alles Schwindel!

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Hinter den blumigen Pseudonymen verstecken sich in Wirklichkeit zwei Studentinnen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Während der letzten zwei Wochen erregten sie durch ihre Skandalberichte und teilweise fragwürdigen Beiträge zu den Bayerischen Theatertagen lokal Aufsehen.

Dass sie dabei weder belegbare Quellen vorweisen konnten, geschweige denn über das Fachwissen für die entsprechenden Beiträge verfügten, hat ihnen nun einen Strich durch die Rechnung gemacht. Pünktlich zum Ende der Theatertage wurden sie enttarnt.

Die Dozentin der Studentinnen äußert sich zu dem Vorfall schockiert:

“Unglaublich! Skandalös! … mir fehlen die Worte … In solch einer Ausnahmesituation bleibt allen Beteiligten und Betroffenen lediglich der Trost, dass nun wenigstens die Wahrheit noch ans Licht gekommen ist. Es wird noch einige Tage dauern, bis wir verstehen und verarbeiten können was hier passiert ist.”

Ob sie durch ihre Texte nur das Theaterfestival aufmischen wollten, oder ob mehr hinter dem „BTT People“-Blog steht, ist nicht klar.

Bis jetzt hat keiner der Beiden die Geschehnisse kommentiert.

 

Die „süße“ Frau Göring und die schokofarbene NS-Zeit

Licht aus. Spot an. Auftritt Emmy Göring. Leicht unsicher betritt sie die Kulissen des Fernsehstudios, in dem auf einer Großbildleinwand zuvor eine kurze einleitende Dokumentation über das Leben ihres Mannes Hermann Göring lief – der wichtigste Mann im Dritten Reich nach Adolf Hitler.

Irritiert schaut Frau Göring, grandios gespielt von Doris Dubiel, in den Publikumsraum der Garage Erlangen. Die Zuschauer, die sich am 29.05. dort einfanden, wurden somit zu einem fiktiven Fernsehpublikum, das gespannt auf das Interview mit der Frau wartete, die zu einer seltenen und vielleicht auch der wichtigsten Zeitzeugin der machthabenden Seite der NS-Zeit wurde.

© Theater Regensburg

© Theater Regensburg

Und plötzlich spricht sie ganz ungeachtet der Frage, die ihr gestellt wurde drauf los. „Und sie sahen so elegant aus in ihren schokobraunen Uniformen…so elegant.“ Schwärmend und voller Leidenschaft berichtet Emmy, wie sie ihren Ehemann das erste Mal in Weimar erblickte – in seiner braunen Uniform, die sie an die geliebte Milchschokolade erinnert, die ihr Vater, ein Schokoladenfabrikant, herstellte. In ungebrochener Treue zur Gesinnung des Nazireiches erzählt sie weiter über die alten Zeiten an der Seite ihres Mannes – ein Glamourpaar, das im Dritten Reich seinesgleichen suchte.

Werner Fritsch hat für das eigentliche Hörspiel „Enigma Emmy Göring“, das 2006 als Hörspiel des Jahres und 2007 mit dem ARD-Hörspielpreis ausgezeichnet wurde, Prozessakten, sowie die Biographie Emmy Görings eifrig studiert und daraus diesen wahnwitzigen Monolog einer Frau geschaffen, die sich keinerlei Schuld bewusst ist.
Die Verlagerung der Szenerie in ein Fernsehstudio war eine fantastische Idee der Regisseurin Birgit Bagdahn vom Theater Regensburg. Der Monolog gewinnt so an Struktur, auch wenn die wichtige Zeitzeugin keineswegs auf die Fragen des sich im Off befindenden Moderators eingeht, geschweige denn, sich von den Filmeinblendungen auf der Leinwand hinter ihr ablenken lässt. Sie spricht einfach drauf los, erzählt ohne große Zusammenhänge von den Ostertagen im Jagdschloss Carinhall im Spreewald, vom dekadenten Frühstück im Bett, von Kokainräuschen und schlüpfrigen Momenten mit ihrem Ehemann – dabei merkt sie gar nicht, wie sehr sie die Strukturen ihres Alltages beinah beschämend entlarvt. Dem Publikum erzählt sie auf erschreckende und verstörende Art mit naivem Gerede, was sie erlebte und macht damit die grausame Wirklichkeit für jeden spürbar.

Nun kann man natürlich fragen: Darf man das? Darf man das sensible Thema NS-Zeit, das schwarze Tuch unserer deutschen Geschichte, so ins Lächerliche ziehen?

©Theater Regensburg

©Theater Regensburg

Antwort: Ja, man darf! Unbedingt sogar! Wieso sollte es verboten sein etwa durch einen satirischen Zugriff aufzuzeigen, welche Fehler geschehen sind und wie die Machthaber der NS-Zeit diese begangen haben? Eine vorsichtige und nüchtern-distanzierte Betrachtungsweise, wie sie Dokumentationen liefern, gab es doch zu Genüge. Das Bloßstellten all der Vorkommnisse ist eine durchaus angebrachte scharfe Kritik und keineswegs ein Schönreden der Ereignisse. Das Nutzen des „Zeitzeugen erinnern sich“-Genre wurde bei Enigma Emmy Göring dermaßen bitterböse genutzt, dass einem das Lachen im Halse steckenbleiben konnte und somit ein deutliches Wachmachen des Publikums erzeugt wurde. Eine Kritik am Nationalsozialismus hat es in der heutigen Zeit, wo es doch schon so viele gab, nicht mehr leicht durchzudringen. Der satirische Monolog hingegen schafft dieses im Besonderen und auf ungewohnte Art.

Allumfassend wurde dem Publikum der Garage Erlangen eine großartige Inszenierung geboten, die von der Schauspielerin Doris Dubiel sehr überzeugend getragen wurde.

 

Wie klingt ein Festival?

Die 32. Bayerischen Theatertage sind nun vorbei. Nicht nur im Theater, sondern in der ganzen Stadt gab es einiges zu sehen… Aber was bleibt eigentlich übrig, wenn man die Augen schließt und einfach nur hinhört?

Die Eltern Ulrica und Christian über die Wichtigkeit des Theaters für Kinder

Familie

“Es ist sehr gut, dass bei den BTT auch etwas für die Kinder gemacht wird, da das Angebot an Kindertheater in Erlangen sonst nicht so groß ist. Generell ist es gerade in der heutigen medialen Zeit unheimlich wichtig, Kinder fürs Theater zu begeistern, da sie dort etwas in Echtzeit und live vor sich erleben können.”

Ulrica & Christian

 

You look like Drama, Baby! #2

Die Theatertage nähern sich vielleicht ihrem Ende, aber man trifft auf den Straßen Erlangens noch immer Leute, die zum Theater gehören müssen. Man sieht es ihnen einfach an der Nasenspitze an! Genauso diesen beiden…
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… und das liegt nicht nur an den BTT-Luftballons – auch wenn die der letzte Wink mit dem Zaunpfahl sein sollten. Nein, es ist der Alternative-Artist Look, der uns hier in die Augen gesprungen ist!

Bei Dreadlocks, schwarz gerahmter Brille und Lederjacke haben wir sofort den Künstler in diesem Beau erkannt. Genauso wie ihre naturblonde Mähne, die Kombi von dunklem Longsleeve mit kariertem Button-Down und die Statement-Handtasche uns verrieten, dass wir hier jemanden mit Theater in den Adern vor uns haben.

Das ist die nächste Generation Theater.

You look like Drama, Babes!

„Wenn man es will, dann klappt das auch!“

© Franz Meiller

© Franz Meiller

42 Aufführungen und über 300 Schauspieler. Und alle haben sie hinter sich:

Die Schauspielausbildung.

Jonas, Thomas und Anna von der Otto-Falckenberg-Schule in München sind noch mittendrin. Ihr Jahrgang wird mit dem Stück Lulu – Eine Monstretragödie, inszeniert von Christiane Pohle, ein Teil der Bayerischen Theatertage sein. Wie viel Biss und Wille dazugehören, um diesen außergewöhnlichen Beruf studieren zu können und wie diese Ausbildung aussieht, darüber haben wir uns mit ihnen unterhalten…

Organisationsleitung Judith Zeitner über den Arbeitsaufwand

Zeitner2“Der Mehraufwand durch die Organisation der BTT ist natürlich heftig für das ganze Theater, aber wir haben viele tolle Mitarbeiter, die alle zusammen helfen. Probleme entstehen erst dann, wenn Informationen nicht weitergegeben werden.”

Judith Zeitner (Organisationsleitung)

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